Wandern zu den alten und traditionellen Gaststätten

Die freie königliche Stadt Kőszeg (deutsch Güns) wurde zu Zeiten der türkischen Besetzung zu einer sehr bedeutenden Handelsstadt

10 állomás 2.6 km

Als Rastort auf dem Weg von dem Adriatischen Meer zu Pressburg bzw.Wien, sah die Stadt große Mengen wertvoller Waren durchziehen. Um Händler und Reisende empfangen zu können, wurden Gasthäuser gebaut, in denen sowohl Trosswagen gelagert als auch die Tiere versorgt werden konnten.

Diese lebten ihre Blütezeit um 1820, als sich in Kőszeg sogar elf Gasthäuser befanden: sie waren unter den Namen Engel, Löwe, Widder oder Kreuz, Grünbaum, Schaf, Hirsch, Strauß, Krone, Weißes Ross, Weiße Rose und Schwarzer Adler bekannt.

Mehrere Gaststätten standen den Einheimischen zur Verfügung, die sich daneben bei den Weinbauern, direkt am Haus auf zweiwöchentlichen Märkten auch Wein besorgen konnten. In der Stadt waren sogar zwei Brauereien tätig, die eine in der Burg, Besitz des jeweiligen Gutsherren, und die andere in städtischer Hand.

Ab dem 18. Jahrhundert kam das Kaffeetrinken in Mode, und in den 1840er Jahren konnten bereits in vier Kaffeehäusern der Stadt Kőszeg dem Kaffee gehuldigt werden. Ebendort konnten die Einwohner Zeitung lesen oder verschiedene Spiele spielen um die Langweile zu vertreiben und Abwechslung in ihr Leben zu bringen. Für das Tanzen, eine andere Form der Unterhaltung, wurden weitere Einrichtungen eröffnet: zurzeit ist die Existenz zweier von ihnen belegt.

Térkép



Látnivalók



1. Jurisics Burg, Rájnis Str. 9. GPS: 47.389670 / 16.538719

Eine der in der Geschichte von Kőszeg weniger bekannten Gaststätten war die landherrische Schankstube im Burghof, eine ständige Konkurrenz für die der Bürger. Der Konkurrenzkampf war besonders deswegen hart, weil in der Burg sowohl die im Herrschaftsgebiet angebauten Weine als auch das in der burgeigenen Brauerei hergestellte Bier vermarktet werden konnte, noch dazu zu einem sehr günstigen Preis. Die bürgerliche Stadtführung versuchte durch Verbote, Sanktionen und sogar Rechtsstreit Sand in das Getriebe zu streuen: so wurde den Einwohnern der Besuch der Schankstube verboten, und die Stadt versuchte auch das zu verhindern, dass die Brauerei Zugang zum nahegelegenen Bach Gyöngyös, und so zum zur Bierherstellung notwendigen Wasser hat. Der beinahe über zwei Jahrhunderte lang dauernde Kampf entschied sich letztendlich im 18. Jahrhundert zu Gunsten der Stadt. Trotz Gesetze und Verbote war aber die Schankstube noch bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts im Betrieb, weil die Bürger auch weiterhin ihre Dienstleistungen in Anspruch nahmen.

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Vom Anfang an war die Burg das jeweilige Verwaltungszentrum der Kőszeger Gutswirtschaft. Während der Zeit der Familie Kőszegi und Németújvári funkzionierte sie als Sitz des Landherren. Mit der Veränderung in der Person des Burgeigentümers zusammen bekamen die Dörfer einen neuen Grundherrn. Die Familie Garay, Széchy und Esterházy herrschten hier aus königlichen Willen. Miklós Jurisics, der Pfandbesitzer, erhielt die Burg als vererblicher Besitz im Jahre 1533 zusammen mit dem Barontitel.

In den Gebäuden wurden Getreidespeicher, Weinkeller und Scheunen für die dörflichen Naturalien gebaut. Zur Versorgung der Gutwirtschaft wurden innerhalb der Burg Ställe, Brauerei, Kneipe, Schmiede- und Wagnerwerkstätte errichtet. Für das Personal wurden auch Mietwohnungen eingerichtet. Hier wohnten der Vogt, der Meier, die Mitglieder der Wache (ungarisch ‚hajdú‘, Heiducken), der Wagner, die Diener, aber sogar der Schornsteinfeger.

2. Ballhaus, Schneller Str. 2. GPS: 47.390442 / 16.540664

Im Jahre 1792 beschloss der Müllermeister Antal Haffenscherer, für die Einwohner der Stadt Kőszeg, die sich nach Vergnügen sehnen, ein größeres Ballhaus bauen zu lassen. So wurden die entsprechenden Rechte der bisherigen Ballveranstalterin, der Witwen des Turmbaumeisters entrissen. Er ging mit großer Hoffnung ans Werk, ging aber in wenigen Jahrzehnten Bankrott. Das Gebäude blieb bis Anfang der 1850er Jahre unter Stadtsaufsicht, dann wurde es erneut privatisiert. In den 1930er Jahren wandelte die Kőszeger Sparkasse den Ort zu einem modernen Unterhaltungszentrum um. Dies wurde Anfang 1940 zunächst von den Pfeilkreuzlern (die Nationalsozialistenbewegung Ungarns) und danach von den Kommunisten für Parteiinteressen monopolisiert. Nachher konnten dort ein paar Jahrzehnte lang wieder Kulturtätigkeit und Verpflegungsbetrieb getrieben werden. Trotz seiner turbulenten Geschichte spielte das Gebäude eine sehr wichtige Rolle im kulturellen Leben der Stadt. Neben den Bällen wurden hier sowohl ungarisch- als auch deutschsprachige Theaterstücke aufgeführt. Mitglieder des Hangász (deutsch „Stimmverband“) Verein aus Kőszeg stellten hier ihr Können unter Beweis. Im Jahre 1846 gab hier Franz Liszt ein Konzert, wobei er zum Ehrenbürger der Stadt ernannt wurde. In den 1910er Jahren fand hier das Kino der Stadt ein festes Zuhause, und blieb bis Ende der 90er Jahren, als es seine Karriere endgültig beendete.

3. Ballhaus Bittner, Jurisics M. tér 2. (Arkadenhaus (Stadtarchiv)) GPS: 47.388729 / 16.541212

Die Bälle und anderen Tanzveranstaltungen der frühen Neuzeit fanden nicht unbedingt im Fasching statt, wie es später üblich war: laut der Regelung des Burschenverbandes der Stadt Kőszeg, aus 1679, wurden sie zum Zeitpunkt der vier Landmärkten veranstaltet. Da versammelten sich alle Vergnügungsbegierigen im Haus des für das ganze Jahr gewählten Tanzmeisters und seines Vertreters. 1774 bat der „Musikverantwortliche“ der Stadt, der Turnbaumeister József Jakab Bittner um die Erlaubnis, in der Metzgerei neben dem Untertorturm eine entsprechende Räumlichkeit zu errichten. Hier richtete er das erste „echte“ Ballhaus der Stadt ein, das bereits geschäftlich ausgerichtet war: die Musiker spielten, die Gäste zahlten für den Eintritt und ganz wahrscheinlich wurden Speisen und Getränke verkauft. 1793 musste die Witwe des Gründers das Ballhaus weitergeben, da ein anderer Unternehmer mehr Gewinn der Stadt versprochen hatte. Im Weiteren wurde im Gebäude eine Privatwohnung eingerichtet, während es seit 1972, Zeitpunkt der Rückgabe der in Szombathely aufbewahrten Dokumente des Archivs des Komitäts Vas, die „Filiale“ von Kőszeg beherbergt.

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Am Stadttor – an der Stelle des heutigen Arkadenhauses – stand ehemals die Holzbude der Zöllner. Zwar muss der heutige Besucher keinen Zoll mehr bezahlen, aber die faszinierende Ansicht der Innenstadt, die Harmonie der Kirchenbauten und der mittelalterlichen Häuser am Jurisics tér lassen trotzdem jeden kurz verweilen, um das malerische Stadtbild zu bewundern. Links vom Heldentor befindet sich das Kőszeger Arkadenhaus, welches 1774 der aus Breslau (Wroc³aw) übersiedelte Turmmeister József Jakab Bittner in einer in Oberungarn in Mode gekommenen Bauweise erbauen ließ. In dem Gebäude wurden Tanzsäle eingerichtet, die allerdings nach dem Brand von 1777 zu Wohnungen umgebaut wurden, während unter den Arkaden eine Metzgerei entstand. Die 1842 zugemauerten Arkadenbögen wurden 1959 wieder freigelegt. Seit 1971 ist in diesem Gebäude das Stadtarchiv tätig. Die hier aufbewahrten Dokumente berichten über Leben und Geschichte der Stadt seit 1328, darunter auch jene 35 Urkunden, die stadtgeschichtlich am wichtigsten sind.

4. Kaffeehaus Gampert, Városház u. 4. (Városház u. 4.) GPS: 47.388443 / 16.541287

Die erste Genehmigung zum Kaffeekochen wurde von dem Magistrat der Stadt Kőszeg im Jahre 1717 Károly Török zugesprochen, ein Jahr später erhielt aber auch János Károlly die Möglichkeit. Auf die Gründung eines echten Kaffeehauses muss jedoch bis 1783 gewartet werden. Der in Wien geborene Károly Liebhard bat damals um die Genehmigung, „ein anständiges Haus und Kaffee-Geschäft“ am Wassergraben, neben der Stadtmauer errichten zu dürfen. Dies wurde ihm gegen einen Preis von 8.000 Forint zugestimmt, aber nach kaum zwei Jahrzehnten sah er sich gezwungen sein Geschäft zu verkaufen. Der Übernehmer, Konrád Gampert, erster Mitglied einer „Kaffeedynastie“, kam aus dem Heiligen Römischen Reich nach Kőszeg. Zusammen mit seinen Nachkommen führte er das Geschäft über 100 Jahre lang. Das Kaffeehaus war damals nicht nur für seine Getränke sondern auch für die abwechslungsreichen Zeitvertriebsmöglichkeiten, die es anbot, bekannt. Zur Unterhaltung der Gäste wurde ein Billardtisch aufgestellt, aber geheim wurden auch die sonst verbotenen Kartenspiele gespielt. 1912 schloss das Kaffeehaus, aber die Stadt erinnert sich noch lange an das Kaffeehaus Gampert, dessen besonders schöne Fensterscheiben im städtischen Museum besichtigt werden können.

5. Egykori Arany Korona vendégfogadó, Fő tér (Herz-Jesu-Pfarrkirche) GPS: 47.387899 / 16.540970

Sorrendben harmadik fogadónévként bukkan fel a város történetében Az épület maga csak a negyedik. Elődje a belvárosban, a későbbi Kelcz-Adelffy Árvaház helyén működött. 1749-ben Pintér János bognármester engedélyt kért, hogy vendégfogadót nyithasson saját házában. 1751-ben 400 Ft befizetéséhez, kizárólag helyben termelt borok árusításához és a város borainak kimérése idején megemelt italárhoz kötötték működését. A közben újjáépített épületnek a városban már jól ismert elnevezést választotta.

A Binder (Pintér) család egy évszázadnál tovább tulajdonolta a két kapuval, istállóval és kocsiszínnel bíró emeletes épületet. Új tulajdonosai megpróbálták modernizálni, kávéházat, biliárd-, olvasó- és kártyatermeket rendeztek be. Mindez nem segített, a nagy adósság miatt mentőövként érkezett 1887-ben a Győry János Templomépítési Alap 22.000 forintos ajánlata. Helyén emelték a Jézus Szent Szíve-templomot. Bontásakor homlokzatán megtalálták a magyar korona ábrázolását.

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Im 19. Jahrhundert schien die Pfarrkirche der Stadt zu klein zu sein. Der 1849 verstorbene Pfarrer, János Győri, spendete einen Großteil seines Vermögens für die Bauarbeiten einer neuen Kirche. Seine Nachkommen sammelten noch dazu. 1889 erwarben sie die drei Gebäuden, die früher an ihrer Stelle standen, sowie die Gaststätte ’Goldene Krone’. Im Jahre 1892 begannen die Bauarbeiten nach dem Entwurf des wienerischen Architekten Ludwig Schöne. Das historische, neogotische Gebäude mit seinem 57 Meter hohen Turm galt bis dahin als höchstes Gebäude der Umgebung. Die mehrfarbige Innenbemalung ist die Arbeit des wienerischen Meisters Otto Kott.

Prächtig anzusehen sind auch die farbigen Glasfenster des Altarraums, die das Glaubensgeheimnis des Herzen Jesu und die Heiligen des Árpáden-Hauses darstellen. Im Kirchenschiff sind die Schutzheiligen der örtlichen Spender zu sehen.

6. Hotel Goldener Strauß, Várkör 124. GPS: 47.387815 / 16.541694

Das Hotel ist aller Wahrscheinlichkeit nach eines der ältesten Gasthäuser der Stadt Kőszeg aber sogar des ganzen Landes. Bereits 1597 wurde hier Unterkunft geboten, und seinen Namen erhielt es von seinem Besitzer, dem Stadtrat András Somogyi, im 17. Jahrhundert. 1645 eröffnete hier die erste Apotheke der Stadt Kőszeg. Nach einigen Privateigentümern stand es ab den 1930er Jahren unter der Verwaltung des Vereins Hangya (Ameise auf Deutsch, steht für den Verein der Ortsansässigen Bauern). Nach 1945 ging es an die sowjetische Stadtführung über.

Hier versammelten sich zwischen 1665 und 1667, d. h. in der ersten Hälfte der von Ferenc Wesselényi angeführten Verschwörung die Vertrauten der beteiligten Adelsfamilien. Persönlich erschienen hier der oberste Kronrichter Ungarns, Ferenc Nádasdy, György Lippay, der Erzbischof von Esztergom, der Graf Péter Zrínyi, Ban von Kroatien, der Graf Péter Széchy, Burgherr in Kőszeg und der Jurist István Vitnyei. Kost und Unterkunft dieser Treffen wurden von der Stadt getragen.

Weitere namhafte Gäste waren István Bittó und Kálmán Széll, spätere Ministerpräsidente Ungarns, aber auch der Graf Albert von Apponyi, ungarischer Delegationsführer bei der Pariser Friedenskonferenz 1919 in Versailles.

7. Pension Weißes Ross, Rákóczi Str. 1. GPS: 47.387777 / 16.541900

Ohne den genauen Zeitpunkt der Inbetriebnahme benennen zu können, darf vermutet werden, dass diese Pension nicht wesentlich später entstand, als das gegenüberliegende Hotel „Goldene Strauß“. Zu einem bedeutenden Vorfall in der Geschichte des Gasthofes kam es im Jahre 1660, als der Dichter und Militär Miklós Zrínyi, Ban von Kroatien und kaiserlicher Feldherr bei dem Besitzer des Gasthauses um Unterkunft bat, von diesem aber auf eine besonders unhöfliche Art und Weise zurückgewiesen wurde. Daher auferlegte die Stadt dem Gasthof eine ungewöhnlich schwere Geldstrafe.

Einige Mitglieder der Wesselényische Verschwörung (zwischen 1664/1666 und 1670/1671 eine Verschwörung bedeutender Adelsfamilien im Königlichen Ungarn und Kroatien gegen ihren Herrscher Kaiser Leopold I. von Habsburg) die sich in Kőszeg aufhielten, waren hier untergebracht. Die Tatsache, dass der Hof früher durch zwei Tore zu befahren war, spricht dafür, dass das Gebäude mit überwiegender Beherbergungsfunktion tätig war. Jedoch bleibt im 19. Jahrhundert nur noch die Gaststätte übrig und in den weiteren Räumen wurden Wohnungen und Geschäfte eingerichtet. 1911 wurde es von der Generalsparkasse Kőszeg aufgekauft und als (damals) modernes Zentrum eingerichtet. Bei der Fusion der Generalsparkasse mit der Sparkasse wurde das Gebäude zum Firmenhauptsitz. Darauf deutet auch das auf der Stirnseite sichtbare Bienenhaus, typisches Wahrzeichen für Sparsamkeit, hin.

8. Gasthof Hirsch, Rakóczi Str. 19. GPS: 47.386851 / 16.542374

Ende des 18. Jahrhunderts stand das Gebäude im Besitz einer der wohlhabendsten Familien von Kőszeg. 1787 bat der Metzgermeister Peter Gerhauser um eine Genehmigung zur Gründung eines Gasthofes. Ein Jahr später spielten bereits Schauspieler in der Pension, die den Namen Hirsch erhielt. Nach dem Tod des Besitzers wurde die israelitische Familie Schey zum Teilhaber der Firma. In diesem Zusammenhang soll sich die Küche in den 1840er Jahren zu einer typisch jüdischen verändert haben. Während der Reformzeit in Ungarn wurde der Gasthof in Goldener Hirsch umbenannt. Im Jahre 1857 wurde er als mehrstöckiger Gasthof mit Stall beschrieben, hatte aber gleichzeitig auch schon Langfristmieter. Das Stockwerk wurde jedoch später abgetragen und danach funktionierte lediglich die Gaststätte. Im Gegensatz zu anderen Gasthäusern überlebte sie die schwierigsten Zeiten von Kőszeg und war bis hin zur Verstaatlichung unter demselben Namen tätig. Viele der Einheimischen identifizieren das ehemalige Gasthaus mit dem Restaurant Hirsch, das in den 1960-1970er Jahren im früheren Hotel Jurisics gegründet wurde.

9. Der ehemalige Gasthof „Grünbaum“, Rákóczi Str. 79. GPS: 47.383664 / 16.547891

Henrik Berger kaufte das Gebäude in der ehemaligen Magyar Straße (deutsch: Ungarnstraße) von dem Händler Mátyás Krukovits in den 1810er Jahren, und 1817 bezahlte er 1500 damalige Forint an die Führung der Stadt um Gäste empfangen zu dürfen. Der Gasthof war die dritte Übernachtungsmöglichkeit auf dem Weg von Szombathely nach Kőszeg. Das Gasthaus, das später auch nach dem Nussbaum benannt war, konnte von beiden Seiten erreicht werden, bestand aus zwei Übernachtungsgebäuden, wurde aber auch mit Stallungen und wirtschaftlichen Räumen ausgestattet. Im Laufe der Geschichte wechselte das Gasthaus mehrmals seinen Besitzer. 1890 wurde es im ersten Kőszeger „Fremdenverkehrsprospekt“ als bescheidenen Ansprüchen genügende Unterkunft beschrieben. Die Firma, die 1911 nur noch als Kneipe bezeichnet wurde, ging in den Besitz der Familie Biritz über und stand bis zur Verstaatlichung in ihrer Verwaltung. Das Gasthausschild auf der Stirnseite des Gebäudes ist auch heute noch zu sehen.

10. Ehemalige Weiße Rose Gasthaus, Gyöngyös Str. 19. GPS: 47.392027 / 16.541494

Das Gasthaus, das sich am oberen Ende der Gasthausgasse befindet, wurde von dem Tuchscherer Sámuel Khern gegründet, der sein eigenes Haus zu diesem Zwecke vergrößert hatte. Das Haus liegt nur etwa hundert Meter von dem Gasthaus Schwarzer Adler entfernt, dessen Besitzer alles Mögliche in Bewegung setzte um den neuen Konkurrenten unterzukriegen. Diese Ängste waren nicht ohne Grund: der Schwarze Adler war der erste, der 1829 gezwungen war, sein Geschäft aus Konkurrenzgründen zu schließen.

Khern war wesentlich schlauer, da er nicht nur die Durchfahrenden, sondern auch die Einheimischen bediente. Im Jahre 1807 beantragte er eine Genehmigung für Musik, d.h. für die Veranstaltung von Bällen, die ihm auch zugesprochen wurde, da es der Leitung der Stadt zu Ohren kam, dass es im Ballhaus „Bösheiten und Hurereien“ gäbe. Über zwei Jahrzehnte lang haben hier Wanderschauspieler ihre Stücke präsentiert, ab 1840 diente es aber lediglich als Pension für Dauermieter und Gäste. Das Gasthaus wurde von den Geschwistern Khern im Jahre 1902 an den Evangelischen Kirchenbau von Kőszeg hinterlassen, der das Gebäude im Jahre 1919 verkaufte. Bei der Verstaatlichung war hier eine Metzgerei im Betrieb. Durch den Ausbau, vor allem mit den zwei großen Toren, ist auch noch heute zu mitzubekommen, wie ein Gasthaus des 19. Jahrhunderts in Kőszeg aussehen konnte. Im Jahre 1892 wurde auf dem erhalten gebliebenen Gasthausschild ein zweiköpfiger Adler entdeckt.

Szerkesztés, fotó: Trifusz Péter
Fordítás (angol nyelvre): Keresztes Nóra, Angol nyelvi lektorálás: Eliza Plous
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